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Kazinczy Ferenc – Török Lajosnak
Kassa, 1788. szeptember 10.
Hochgebohrner Herr Graf,
Königlicher Ober Studien Direktor!
Rücksichtig auf den mir gegebenen Auftrag vom 19. Augustus laufenden Jahres No 1145/988[.] die reformirte Nationalschule zu Beßter der Abaujvarer Gespanschaft zu vermischen, zeige ich gehorsamst an, daß ich die bemeldte Gemeinde, somit ihrem dortigen Prediger (da ich zur Vermeidung alles Mißtrauens, und Verdacht zur Abhandlung dieses Geschäftes einzuberufen, nicht nur für rathsam, sondern auch für vortheilhalft fühlte) von den unschuldigen Absichten der Vermischung so sehr überzeugt habe, daß sie zur Annahme desselben sich willig erwiesen haben.
Da aber die hiesige Römisch, und Griechisch-Katholische Gemeinde, viel zu klein ist als daß sie einen besonderen Lehrer unterhalten könnte, oder auch die Kameral Grundherrschaft einen ex aerario besolden sollte, wohin besonders auch dieß hingerechnet werden muß, daß der grössere Theil der Katholischen Gemeinde, die zur Griechisch-Katholischen Kirche weit hingehört, ihre Kinder in dem nur 300. Schritte entlegenen Ort Zedoba durch ihren Pfrarrer erziehen lassen gesonnen ist, so achtete ich es für den hohen Aufträgen weit angemessener, wenn ich hier aus einer Schule die vermischt hätte werden sollen nach dem Sinne der Vorschrift de dato 31. July laufenden Jahres No 28895/2627[.] nur eine halbvermischte machen werde. Voll der Zuversicht, daß dieser mein Schritt durch Euer Hochgebohrnen bewilliget werden wird, trachtete ich nun die besagte reformirte Gemeinde auch hievon zu belehren, und brachte sie, nachdem ich den allhiesigen Katholischen Notär Ferenczy zum Lokaldirektor dieser bißherigen reformirten Schule bestimmt habe, so weit, daß sie sich in der hier gehorsamst beigelegten Äußerung, zur Umschaffung ihrer reformirten Schule in eine halbvermischte bereit zu seyn declariren.
Nun blieb nichts übrig als[,] daß ich die Schule dotiren lasse, und den eingefordeten Vertrag anstosse; allein, da einer Seits die Grundherrschaft sich noch im Monath Merz zu einem jährlichen Beitrag von 140. Forint herbeigelassen, anderer Seits aber diese Gemeinde zur jährlichen Abreichung 15. Kübeln sich unterm 21. July 1788 verbunden hat, und mich öftere Beispiele gelehrt haben, daß ähnliche Geschäfte mit den Beamten der Königlichen Kaschauer Kameral Administration sehr zögernd erlediget werden, so unterstehe ich mich dies alles Euer Hochgebohrnen mit der gehorsamsten Bitte einzureichen, Hochdieselben wollen das Abgängige durch Deren mächtigere Betreibung ergänzen zu lassen, wobei besonders dahin zu sehen ist, daß nachdem in dem oberwähnten Vertrag der Gehalt des Lehrers dieser Schule von Seiten der Gemeinde in 10. Kübeln Korn, das ist 20. Forint, von Seiten der Grundherrschaft aber in 140. Forint in Summa in 160. Forint defigirt ist, seit der Zeit aber die Gemeinde ihren Betrag auf 15. Kübel Korn, das ist 30. Forint erhöhet hat, um in den neuangestossenden neueren Vertrag die Grundherrschaft nicht mehr in 140. Forint sondern in 130. Forint herbeizutreten braucht. Ich trößte mich mit der Hofnung, daß Euer Hochgebohrnen diesen meinen kühnen Schritt für nichts anders ansehen werden, als was er eingentlich ist, nämlich:
1tens Für eine vorausgesehene Verzögerung des Auftrages, welches jetzt um so mehr befürchtet werden kann, als es zu vermuthen ist, daß das ganze Institut der Halbvermischung dem betreffenden Ka[mer]al Beamten unbekannt seyn wird.
2tens Für den eifersten Wunsch, den so wohl verdienten Lehrer, der seit dem Monath Merz[!] dort 47. Kinder, worunter auch katholische sind, zu meiner vollkommenen Zufriedenheit ohne aller Renumeration unterrichtet, endlich zu helfen. Kaschau, den 10. September 1788.
Franz von Kazinczy mp.